Auf einen Blick: Förderhöhe nach Unternehmensgröße
Quelle: § 82 SGB III, Stand 2026. Die Werte oben gelten für Beschäftigte ohne anerkannten Berufsabschluss bzw. mit hoher Betroffenheit von technologischem Wandel. KI-Weiterbildungen fallen in beiden Fällen in den maximal förderbaren Bereich.
Was ist das Qualifizierungschancengesetz?
Das Qualifizierungschancengesetz, oft mit QCG oder QualiChG abgekürzt, ist die zentrale Förderung für berufliche Weiterbildung von Beschäftigten in Deutschland. Es wurde 2019 eingeführt und 2024 noch einmal vereinfacht. Anders als der Bildungsgutschein, der sich an Arbeitsuchende richtet, fördert das QCG ausdrücklich Mitarbeitende, die bereits in Beschäftigung sind und sich auf Anforderungen wie KI, Digitalisierung oder neue regulatorische Pflichten vorbereiten sollen.
Drei Punkte sind für KMU besonders wichtig:
- Die Förderung läuft direkt an das Unternehmen, nicht an den Mitarbeitenden.
- Sie ist nicht auf Berufsabschlüsse begrenzt. Auch kürzere AZAV-zertifizierte Kurse wie „KI-Manager/in" sind förderfähig.
- Die Lohnkosten während der Schulung werden bezuschusst. Das ist der oft übersehene Hebel, weil er die wahren Opportunitätskosten der Weiterbildung abdeckt.
Wer ist förderberechtigt?
Förderberechtigt ist ein Unternehmen, wenn alle vier Kriterien erfüllt sind:
- Der zu schulende Mitarbeitende ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
- Die letzte abgeschlossene Berufsausbildung liegt mindestens vier Jahre zurück oder der Beruf ist vom technologischen Wandel betroffen (KI fällt eindeutig darunter).
- Die Weiterbildung dauert länger als 120 Stunden.
- Die Maßnahme wird von einem AZAV-zertifizierten Träger mit einer AZAV-zertifizierten Maßnahmennummer durchgeführt.
Der vierte Punkt ist der häufigste Stolperstein. Viele Online-KI-Kurse sind nicht AZAV-zertifiziert und daher nicht über QCG förderfähig, auch wenn sie inhaltlich passen würden.
Welche KI-Weiterbildungen sind QCG-förderfähig?
Eine KI-Weiterbildung ist QCG-förderfähig, wenn sie alle drei Bedingungen erfüllt:
- Sie wird von einem AZAV-zertifizierten Träger angeboten.
- Sie hat eine eigene AZAV-Maßnahmennummer.
- Sie dauert über 120 Stunden (mindestens 4 Wochen Vollzeit bzw. entsprechend in Teilzeit).
Drei aktuell stark nachgefragte AZAV-zertifizierte KI-Weiterbildungen für KMU:
1. KI-Manager/in (Vollzeit, 4 Wochen)
- Zielgruppe: Fach- und Führungskräfte in KMU, Quereinsteiger, kaufmännische Berufe ohne Programmiererfahrung.
- Inhalte: ChatGPT, Microsoft Copilot, n8n als Automationstool. Eigenes KI-Projekt von der Idee bis zum lauffähigen Workflow.
- Förderfähig über QCG: Ja, bei AZAV-zertifiziertem Anbieter.
- Typische Lerndauer: 4 Wochen Vollzeit oder 12 Wochen berufsbegleitend.
2. KI-Spezialist/in (Vollzeit, 4 Wochen)
- Zielgruppe: Mitarbeitende mit bestehender Affinität zu Tools und Prozessen, die KI tiefer im Unternehmen verankern wollen.
- Inhalte: Digitale Geschäftsmodelle, Prozessanalyse mit KI, Prompt Engineering, KI-Tools für Office, Marketing und Vertrieb.
- Förderfähig über QCG: Ja, bei AZAV-zertifiziertem Anbieter.
3. KI-Beauftragte/r (Vollzeit, 4 Wochen)
- Zielgruppe: Geschäftsführer, Datenschutzbeauftragte, Compliance-Verantwortliche, die KI im Unternehmen verantwortlich einführen müssen.
- Inhalte: Verantwortungsvoller KI-Einsatz, Automatisierung mit Governance, Datenschutz, Ethik, EU AI Act Grundlagen.
- Förderfähig über QCG: Ja, bei AZAV-zertifiziertem Anbieter.
Alle drei Weiterbildungen bietet KeepBlue als 100 % QCG-fundable Maßnahme an. Die exakte Förderhöhe für dein Unternehmen kannst du in zwei Minuten ohne Verpflichtung mit dem KeepBlue Förderrechner prüfen.
Wie funktioniert der QCG-Antrag in fünf Schritten?
Schritt 1: Beratungstermin mit der Agentur für Arbeit vereinbaren
Der Antrag läuft über die örtliche Agentur für Arbeit, nicht über das Bundesministerium oder die IHK. Zuständig ist der Unternehmensservice deiner regional zuständigen Agentur. Den Termin können sowohl der Arbeitgeber als auch der Mitarbeitende beantragen.
Zeitaufwand: rund 45 Minuten Erstgespräch, meist telefonisch oder per Videocall.
Schritt 2: Maßnahme auswählen und AZAV-Nummer prüfen
Die Weiterbildung muss vor Antragstellung feststehen. Du brauchst vom Anbieter:
- den vollständigen Kurstitel,
- die AZAV-Maßnahmennummer,
- den Bildungsträger mit AZAV-Zertifizierung,
- ein Angebot mit Kosten, Dauer, Format und Lernzielen.
Ein seriöser Anbieter stellt dir diese Unterlagen innerhalb eines Werktags zusammen. Bei KeepBlue ist das ein PDF-Antragspaket, das du direkt bei der Agentur für Arbeit einreichen kannst.
Schritt 3: Antrag stellen, BEVOR die Maßnahme beginnt
Der wichtigste formale Punkt: Der Antrag muss vor Maßnahmenbeginn gestellt und bewilligt sein. Eine rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen. In der Praxis bedeutet das: Plane mindestens vier bis sechs Wochen Vorlaufzeit ein, in Spitzenphasen acht Wochen.
Schritt 4: Bewilligungsbescheid abwarten
Die Agentur für Arbeit prüft drei Dinge: ob das Unternehmen förderberechtigt ist, ob die Maßnahme AZAV-zertifiziert ist und ob der Mitarbeitende die persönlichen Voraussetzungen erfüllt. Bei vollständigen Unterlagen liegt der Bescheid in der Regel nach zwei bis vier Wochen vor.
Schritt 5: Maßnahme starten und Lohnkostenzuschuss abrechnen
Nach Bewilligung kann die Weiterbildung starten. Die Lohnkostenzuschüsse werden vom Arbeitgeber separat über die Agentur für Arbeit abgerechnet. Die Weiterbildungskosten gehen entweder direkt an den Bildungsträger oder im Erstattungsverfahren über das Unternehmen.
Was kostet die Weiterbildung das Unternehmen wirklich?
Rechenbeispiel für ein Unternehmen mit 8 Mitarbeitenden, das eine Person zur „KI-Beauftragten" qualifizieren möchte:
Das ist der Kernpunkt, der QCG so unterschätzt macht: Nicht nur die Kursgebühr, sondern auch der Produktivitätsausfall während der Schulung wird zu großen Teilen abgefedert.
Die häufigsten Fragen (FAQ)
Kann ich auch mehrere Mitarbeitende gleichzeitig schulen lassen?
Ja. Jeder Mitarbeitende benötigt einen eigenen Antrag, aber es gibt keine Obergrenze, wie viele Anträge ein Unternehmen parallel stellt.
Was passiert, wenn der Mitarbeitende die Weiterbildung abbricht?
Bei Abbruch aus betrieblichen Gründen entstehen meist keine Rückzahlungsverpflichtungen. Bei Abbruch durch den Mitarbeitenden selbst kann die Agentur für Arbeit anteilige Rückforderungen prüfen. Der konkrete Fall steht im Bewilligungsbescheid.
Funktioniert QCG auch für Online-Weiterbildungen?
Ja. Online-, hybride und live-online Formate sind förderfähig, solange der Träger AZAV-zertifiziert ist und der Kurs eine AZAV-Maßnahmennummer hat. Das KeepBlue-Format „Lernreise" ist explizit live-online und AZAV-zertifiziert.
Wie unterscheidet sich QCG vom Bildungsgutschein?
Der Bildungsgutschein richtet sich an Arbeitsuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen. Das QCG fördert ausdrücklich Beschäftigte in einem laufenden Arbeitsverhältnis. Beide Förderwege laufen über die Agentur für Arbeit, schließen sich aber gegenseitig aus.
Kann ein Unternehmen mit unter 10 Mitarbeitenden überhaupt QCG nutzen?
Ja. Im Gegenteil: Kleine Unternehmen sind die am stärksten begünstigte Gruppe, mit bis zu 100 % Förderung der Kurskosten und bis zu 75 % der Lohnkosten.
Wie lange dauert es vom Erstgespräch bis zum Schulungsstart?
Bei vollständigen Unterlagen und sofortigem Anbieter-Angebot vier bis sechs Wochen. Plane in der Praxis sechs bis acht Wochen ein.
Wer hilft beim Antrag?
Die Agentur für Arbeit selbst (kostenlos) oder ein AZAV-zertifizierter Bildungsträger, der den Antragsprozess für KMU mitbegleitet. KeepBlue stellt Antragsunterlagen, Kostenkalkulation und einen Förderrechner kostenfrei zur Verfügung.
Die häufigsten Fehler, die KMU bei QCG machen
- Antrag erst nach Schulungsbeginn stellen. Disqualifiziert die Förderung vollständig.
- Einen nicht AZAV-zertifizierten Anbieter wählen. Auch hervorragender inhaltlicher Fit reicht nicht.
- Lohnkostenzuschüsse vergessen. Viele Unternehmen beantragen nur die Kurskosten und lassen 75 % der eigentlich größten Förderposition liegen.
- Nur eine Person schulen. QCG skaliert. Wer zwei oder drei Mitarbeitende parallel ausbildet, baut innerhalb eines Quartals interne KI-Kapazität auf, fast kostenneutral.
Nächster Schritt
Wenn dein Unternehmen unter 50 Mitarbeitende hat und du wissen willst, wie hoch deine konkrete Förderung ist, gibt es zwei Wege:
- In zwei Minuten: Den Förderrechner von KeepBlue nutzen. Du bekommst eine unverbindliche Förderhöhe und kannst direkt zum nächsten Schritt.
- In 30 Minuten: Ein Erstgespräch mit dem KeepBlue-Team. Wir prüfen die Förderfähigkeit konkret für deinen Fall, stellen das AZAV-Antragspaket bereit und begleiten den Antrag bei der Agentur für Arbeit Schritt für Schritt.
KI-Weiterbildung über QCG ist für KMU unter 50 Mitarbeitende der wirtschaftlich attraktivste Weg, interne KI-Kompetenz aufzubauen. Voraussetzung ist nur, dass die richtige Maßnahme gewählt und der Antrag fristgerecht eingereicht wird. Beides ist in vier bis sechs Wochen machbar.
Veröffentlicht von KeepBlue. KeepBlue ist AZAV-zertifizierter Anbieter für KI-Weiterbildung mit Sitz in Süddeutschland. Wir begleiten KMU vom Förderrechner bis zur erfolgreichen Umsetzung der Weiterbildung im Arbeitsalltag.












